Vorschlag für eine Stadtbahntrasse in der Kriegsstraße

- Vorschlag aus dem Jahr 2006 für eine Stadtbahntrasse mit Autotunnel in der Kriegsstraße als Alternative zu einem U-Strab-Tunnel in der Kaiserstraße -

Stadtbahntrasse Kriegsstraße als pdf-Datei (0,99 MB)

Dieser Vorschlag für eine Stadtbahntrasse in der Kriegsstraße enthält keine Detailplanung, sondern ist nur die Ideenskizze einer möglichen Variante. Es erfolgt daher keine Festlegung der Anzahl von Fahrstreifen, Abbiegespuren, Parkplätzen und Bäumen. Es kann auch keine detaillierte Aussage zur Art der unterirdischen Anbindung von Gebäuden und Straßen sowie der genauen Lage der Tunnelrampen gemacht werden. Die Darstellung der Tunnelrampen in den Lageplänen soll nur deren prinzipiellen Standort markieren. Eine genaue Dimensionierung und Detailplanung - insbesondere der Knotenpunkte - kann im Rahmen dieses Vorschlages nicht durchgeführt werden, da hierzu ausreichende Planungsgrundlagen fehlen. Insbesondere die prognostizierten Verkehrsstärken einschl. der Verteilung zwischen Durchgangs- und Erschließungsverkehr liegen nicht vor. Diese sind abhängig vom weiträumigen Verkehrskonzept (z. B. Nordtangente), neuen oder veränderten Verkehrsschwerpunkten sowie der Verkehrsentwicklung im IV und ÖV (Modal Split).

Abschnitt A: Entenfang - Kühler Krug

Auf diesem Abschnitt wird die bestehende Straßenbahnstrecke der Linie 5 genutzt. Hier existiert bereits ein eigener Bahnkörper, so dass die Bahnen unabhängig vom MIV verkehren können. Nur bei den Haltestellen (Entenfang, Mühlburger Feld, Kühler Krug) ist eine Anpassung auf den Stadtbahnstandard erforderlich. Diese umfassen die Verlängerung der Bahnsteige sowie die Erweiterung der Haltestellenausstattung. Als Alternative zur bestehenden Streckenführung wäre auch eine neue direkte Strecke (Weinbrennerplatz -) Yorkplatz - Entenfang über die Weinbrennerstraße möglich. Diese Strecke würde das Wohngebiet Mühlburger Feld wesentlich besser erschließen und den Konfliktpunkt zwischen MIV und Stadtbahn am Entenfang entschärfen. Allerdings wären bei der Planung dieser Variante Widerstand seitens der Anwohner zu erwarten, so dass hier vorerst die alte Strecke beibehalten werden soll.

Abschnitt B: Kühler Krug - Weinbrennerplatz

Dieser Abschnitt weist den geringsten Querschnitt entlang der Kriegsstraße auf, so dass eine doppelspurige Stadtbahntrasse auf besonderem Bahnkörper hier nur schwer zu realisieren ist. Daher könnte zwischen Weinbrennerplatz und Kühler Krug eine alternative Streckenführung über Weinbrennerstraße und Yorkstraße gebaut werden, mit einer neuen Haltestelle am Yorkplatz. Der Querschnitt dieser Straßen sollte für eine zweigleisige Stadtbahntrasse ausreichend sein, da auf der Yorkstraße ein Mittelstreifen vorhanden ist und die Weinbrennerstraße nur geringe Verkehrsbelastungen aufweist. Diese Strecke könnte die direkte Führung durch die Kriegsstraße ersetzten, so dass diese komplett dem MIV zur Verfügung stünde, oder unter Beibehaltung einer Straßenbahnlinie in der Kriegsstraße diese nur ergänzen.

Die hier vorgeschlagene Lösung umfasst jeweils eine eingleisige Führung in der Kriegsstraße und über den Yorkplatz. Das stadteinwärts führende Gleis liegt im Mittelstreifen der Kriegsstraße zwischen den vorhandenen Baumreihen. Das stadtauswärts führende Gleis wird über Weinbrennerstraße und Yorkstraße geführt, mit einer neuen Haltestelle "Hübschstr./Yorkplatz". Auf diese Weise kann der Baumbestand in der westlichen Kriegsstraße erhalten bleiben, das "wilde" Parken auf dem Mittelstreifen entfällt und die bisherige Verkehrsführung mit seitlichem Parken bleibt erhalten (geringer Umbauaufwand). Der bauliche Eingriff in die Weinbrennerstraße sowie die zusätzliche "Belastung" der Anwohner wird reduziert. Ein weitere Vorteil ist der Wegfall der zweifachen Kreuzung zwischen stadtauswärts führendem MIV und Stadtbahn am Weinbrennerplatz und am Kühlen Krug (Entzerrung MIV - ÖV). Einziger Nachteil dieser Lösung wäre, dass mit den Haltestellen "Hübschstraße" (stadteinwärts) und "Hübschstr./Yorkplatz" (stadtauswärts) getrennte Haltestellen je Fahrtrichtung eingerichtet würden, was aufgrund der geringen Entfernung zwischen diesen Haltestellen aber zumutbar wäre.

Abschnitt C: Weinbrennerplatz - Reinold-Frank-Str./Brauerstraße

Auf diesem Abschnitt ist eine komplette Neuordnung der Verkehre erforderlich. Durch die neue Stadtbahntrasse in der Kriegsstraße können die Straßenbahngleise in der Gartenstraße entfallen. Daher kann der Durchgangsverkehr auf diese Streckenführung verlagert werden. Die Kriegsstraße wird umgebaut mit einer Stadtbahntrasse in der Mitte sowie beidseitig je einer Fahrspur als Erschließungsstraße mit seitlichem Längsparken. An partiellen Aufweitungen des Straßenraums lassen sich kleine Plätze anlegen. Die Haltestelle "Lessingstraße" wird in der Kriegsstraße neu angelegt. Durch die Verlagerung des Autoverkehrs aus der Kriegsstraße in die Gartenstraße und dem damit verbundenen Rück- und Umbau der Kriegsstraße wird die Stadtraum- und damit die Wohnqualität in diesem Abschnitt wesentlich verbessert. In der Gartenstraße ist nur auf der Nordseite Wohnbebauung vorhanden. Auf der Südseite befinden sich Freiflächen sowie Verwaltungskomplexe, so dass der Durchgangsverkehr in dieser Straße die Stadtraumqualität nicht so stark beeinträchtigt. Durch den Verzicht auf die Straßenbahnstrecke in der Gartenstraße und Bündelung der Linien auf der Stadtbahnstrecke Kriegsstraße wird der Unterhaltungsaufwand für Strecken reduziert und so deren Rentabilität erhöht.

Die Kreuzung der Kriegsstraße mit der Reinold-Frank-Str./Brauerstraße muss für die neue Führung des Auto- und Straßenbahnverkehrs komplett umgestaltet werden. Zentraler Bestandteil ist ein Nord-Süd-Tunnel für den Autoverkehr im Zuge der Reinold-Frank-Straße zwischen Garten- und Kriegsstraße, an den der Kriegsstraßentunnel von Osten unterirdisch angeschlossen wird. Die Zufahrtsrampen befinden sich jeweils in der Reinhald-Frank-Str. nördlich der Kriegsstraße und südlich der Gartenstraße in der Brauerstraße beiderseits der Straßenbahntrasse. Die oberirdischen Kreuzungsbereiche werden so vom Nord-Süd-Durchgangsverkehr und vom Abbiegeverkehr aus der Kriegsstraße entlastet. An der Oberfläche verbleiben die Fahrspuren für den abbiegenden Verkehr in die Garten- und in die westliche Kriegsstraße. Der Querschnitt der Reinhold-Frank-Straße lässt an dieser Stelle den Bau einer Tunnelrampe allerdings zzt. nicht zu, so dass vorerst nur die unterirdische Verbindung Kriegsstraße - Brauerstraße realisiert werden kann. Der nördliche Anschluss des Tunnels muss daher in einem Gesamtkonzept einschließlich der Situation am Mühlburger Tor betrachtet werden, die hier aber nicht weiter vertieft werden kann.

Im Mittelstreifen der Brauerstraße zwischen Kriegs- und Gartenstraße liegt die verbindende Straßenbahntrasse, die die Strecken aus der Brauerstraße (Linie 6) und der Gartenstraße (Linie 5) mit der Trasse in der Kriegsstraße verbindet. Hier kann ggfs. auch eine zusätzliche (Umsteige-)Haltestelle für die Linien 5 und 6 eingerichtet werden.

Abschnitt D bis F: Reinold-Frank-Str./Brauerstraße - Mendelsohnplatz

Die Abschnitte D bis F weisen alle einen ähnlichen Querschnitt auf. An der Oberfläche entsteht auf der Nordseite die neue Stadtbahntrasse mit eigenem Bahnkörper und auf der Südseite eine Erschließungsstraße mit seitlichem Längsparken. Zur Erschließung der nördlich der Kriegsstraße gelegenen Grundstücke dient eine Mehrzweckfläche, die zur Andienung genutzt werden kann und an der ebenfalls Parkplätze angeordnet werden können. Des weiteren wird nördlich ein durchgehende Rad- und Fußweg angelegt. Der Zugang zu den Stadtbahn-Haltestellen ist also von Norden unbehindert, d. h. ohne Querung von Hauptverkehrsstraßen, möglich.

Der Autoverkehr wird in einen (vsl. 4-spurigen) Tunnel verlagert, der unterhalb der oberirdischen Erschließungsstraße auf der Südseite verläuft. An den querenden Hauptstraßen (Reinold-Frank-Straße/Brauerstraße, Karlstraße, Ettlinger Straße) entstehen Zufahrtsrampen, die die oberirdische Erschließungsstraße mit dem Straßentunnel verbinden. Auf diese Weise sind weiterhin alle Abbiegebeziehungen in diese Nord-Süd-Straßen möglich. Bei diesem Vorschlag werden jeweils Rampen für beide Fahrtrichtung in Mittellage zwischen den beiden Fahrtrichtungen im Tunnel bzw. an der Oberfläche angelegt, so dass keine getrennten Rampen je Fahrtrichtung erforderlich sind. Auf diese Weise wird die Anzahl der an der Oberfläche störenden Tunnelrampen reduziert.

Insbesondere städtebaulich eröffnet der Umbau der Kriegsstraße - Stadtbahntrasse und Tieferlegung des Autoverkehrs - in diesen Abschnitten neue Perspektiven. Der Charakter der Kriegsstraße wird durch begleitende Bäume entlang der Stadtbahntrasse und der Erschließungsstraße sowie sonstiges Begleitgrün aufgelockert. Es ergeben sich neue Entwicklungsschwerpunkte am Karlstor und am Ettlinger Tor (z. B. ECE-Center, Staatstheater) mit Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Die Lebensqualität der Anwohner und Arbeitsqualität der Beschäftigten entlang der Kriegsstraße kann gesteigert werden. Und nicht zuletzt wird durch die Aufhebung der Trennwirkung die Entwicklung der Innenstadt nach Süden ermöglicht (Verbindungsfunktion der Radialstraßen, neuer Grünzug von Friedrichsplatz über Nymphengarten bis zum Stadtgarten/Zoo).

Abschnitt D: Reinold-Frank-Str./Brauerstraße - Karlstraße

Querschnittsgestaltung und Knotenpunkte siehe oben. Die Leopold- und die Hirschstraße können wieder von Norden nach Süden durchgehend geführt werden. An diese wird auch die nördliche Erschließungsstraße angeschlossen. Die Fußgängerunterführung Hirschstraße kann entfallen. Am westlichen Ende wird der Kriegsstraßentunnel unterirdisch bis zur Rampe in der Brauerstraße fortgeführt, so dass sich eine kreuzungsfreie Abbiegebeziehung in Richtung Süden (Südtangente) ergibt.

Entsprechend der Haltestelle Otto-Sachs-Straße in der Mathystraße (Linie 5) wird in der Kriegsstraße an der neuen Stadtbahntrasse die Haltestelle zwischen Leopold- und Hirschstraße angelegt. Die Haltestelle "Karlstor" in der Kriegsstraße liegt östlich der Karlstraße. Auf Grund der engen Platzverhältnisse muss die vorhandene Haltestelle "Karlstor" in der Karlstraße auf die Südseite der Kriegsstraße verlegt werden, insbesondere um die Abbiegemöglichkeit für die Linie S1/S11 realisieren zu können.

Abschnitt E: Karlstraße - Ettlinger Tor

Querschnittsgestaltung und Knotenpunkte siehe oben. Im Bereich des Bundesgerichtshofes und des Nymphengartens ist keine Erschließungsstraße nördlich der Stadtbahntrasse notwendig. Der Grünbereich reicht hier direkt bis an die Stadtbahntrasse, wodurch dieser aufgewertet wird. Zur besseren Erschließung der Bereiche nördlich (ECE, Friedrichsplatz, Kaiserstraße) und südlich der Kriegsstraße wird eine neue Haltestelle "Nymphengarten" eingerichtet, die von Norden ohne Überquerung von Straßen erreichbar ist. Durch die Trennung von Stadtbahntrasse und Erschließungsstraße kann am Ettlinger Tor die gegenseitige Behinderung zwischen MIV und Stadtbahnverkehr reduziert werden, da die Hauptabbiegebeziehungen von der Kriegsstraße in die Ettlinger Straße die Stadtbahntrasse nicht kreuzen müssen.

Die Ritter- und die Lammstraße können von Norden nach Süden wieder durchgehend geführt werden. Ebenfalls wird die ebenerdige Querung der Kriegsstraße für Fußgänger und Radfahrer möglich, so dass die Fußgängerbrücken abgebrochen werden können. Durch die Reduzierung des oberirdischen Straßenquerschnitts wird ein durchgehender Grünzug bzw. Fußgängerverbindung vom Friedrichsplatz über den Nymphengarten bis zum Stadtgarten und Zoo möglich. Die bisherige Trennung zwischen den Stadtteilen nördlich und südlich der Kriegsstraße wird so aufgehoben und die neue Haltestelle optimal integriert. Das Parkhaus des neuen ECE-Einkaufszentrums "Ettlinger Tor" - sowie nach Möglichkeit weitere Parkhäuser und Tiefgaragen dieses Bereiches - sollten ausschließlich unterirdisch an den Kriegsstraßentunnel angebunden werden, um den oberirdischen MIV in diesem Bereich zu minimieren.

Abschnitt F: Ettlinger Tor - Mendelsohnplatz

Querschnittsgestaltung und Knotenpunkte siehe oben. Die Erschließungsstraßen zwischen Adlerstraße und Mendelsohnplatz liegen wieder auf beiden Seiten der Stadtbahntrasse, um den Kreuzungsbereich und die östlich anschließenden Verzweigung Kapellenstraße/Kriegsstraße einfacher zu gestalten. Tunnelrampen für die Abbiegeströme von Rüppurer Str./Fritz-Erler-Str. in Richtung Ettlinger Tor sind hier auf Grund der räumlichen Enge nicht möglich. Diese sind aber auch nicht erforderlich, da die Nord-Süd-Achse über die Fritz-Erler-Straße eher dem örtlichen Verkehr dient. Der Durchgangsverkehr wird aber auch hier im Tunnel geführt, der erst östlich des Mendelsohnplatzes endet (siehe Abschnitt G). Der von Osten kommende örtliche Verkehr wird oberirdisch bis Mendelsohnplatz geführt, und dort an Fritz-Erler-Str. bzw. Rüppurer Straße angeschlossen.

Neben den Stadtbahnlinien wird auch die Straßenbahnlinie 5 ab Ettlinger Tor über die Kriegsstraße geführt und nicht - wie in den Planungen für die Straßenbahn in der östlichen Kriegsstraße vorgesehen - über die vorhandene Betriebsstrecke in der Baumeisterstraße und deren Verlängerung durch die Philipp-Reis-Straße. Durch den Verzicht auf die Straßenbahnstrecke in der Baumeisterstraße sowie den Neubau in der Philipp-Reis-Straße und Bündelung der Linien auf der Stadtbahnstrecke Kriegsstraße wird der Unterhaltungsaufwand für Strecken reduziert und so deren Rentabilität erhöht. Diese Bündelung von Straßenbahnlinien auf der Kriegsstraße ist nur möglich, wenn der Mendelsohnplatz vom oberirdischen Straßenverkehr möglichst stark entlastet wird. Diese Entlastung wird erreicht, indem auch in der Kappellenstraße Zufahrtsrampen zum Kriegsstraßentunnel angelegt werden, so dass die Verkehrsströme aus und in Richtung Knotenpunkt Durlacher Tor den Tunnel ebenfalls nutzen können (s. Abschnitt G).

Abschnitt G: Mendelsohnplatz - Durlacher Tor (Kapellenstraße)

Östlich des Mendelsohnplatzes zweigt die neue Straßenbahnstrecke durch die Kriegsstraße Ost von der Stadtbahnstrecke ab. Die Stadtbahntrasse verläuft weiter entlang der Kapellenstraße zum Durlacher Tor. Hier wird die bestehenden Betriebsstrecke auf einen besonderen Bahnkörper verlegt, der im Mittelstreifen zwischen den Fahrspuren für den Autoverkehr liegt. Am Durlacher Tor wird die neue Stadtbahnstrecke so mit dem bestehenden Netz verbunden, dass die direkte Führung von Stadtbahnlinien direkt in die Karl-Wilhelm-Straße (S2 Richtung Hagsfeld) und in die Durlacher Allee (S4 und S5 Richtung Durlach) möglich ist. Ein Umbau des Straßenbahnknotens Durlacher Tor ist nicht erforderlich, wenn die Linie S2 weiterhin über die Kaiserstraße geführt wird und daher auf die Gleisverbindung Kapellenstraße - Karl-Wilhelm-Straße verzichtet werden kann.

Am Mendelsohnplatz verzweigt sich der Kriegsstraßentunnel, so dass jeweils eigene Zu- und Abfahrten in der Kapellenstraße und in der Kriegsstraße Ost liegen. Die Hauptzufahrt zum Kriegsstraßentunnel erfolgt aus der Kriegsstraße Ost. Über die Rampe in der Kapellenstraße wird aber auch der Verkehr aus bzw. in Richtung Durlacher Tor (Adenauerring, Haid-und-Neu-Straße, Durlacher Allee) an den Tunnel angebunden. Auf diese Weise wird sowohl der überörtliche Durchgangsverkehr der B 10 als auch der übrige Verkehr Richtung Innenstadt (Ettlinger Tor, Karlstor, Reinhold-Frank-Str.) bereits östlich des Mendelsohnplatzes in den Tunnel geführt, so dass die oberirdischen Kreuzungsbereiche vom MIV entlastet werden. Die unterirdische Abbiegemöglichkeit aus dem Kriegsstraßentunnel in Richtung Kappellenstraße kann realisiert werden, wenn die Tunnelröhre der Fahrrichtung Kriegsstraße Ost - Mendelsohnplatz eine Ebene tiefer geführt wird.

Mögliche Baustufen für den Umbau der Kriegsstraße

1. Ausbau der zentralen Kriegsstraße

Priorität besitzt der Umbau der zentralen Kriegsstraße zwischen Karlstor und Ettlinger Tor. Erforderlich ist hier der Bau eines Straßentunnels, evtl. mit Nutzung der vorhandenen Tunnelrampen und Deckelung des zentralen Abschnitts. Auf dem Tunneldeckel wird dann eine Erschließungsstraße, die Grünflächen sowie der erste Teil der Stadtbahntrasse zwischen Karlstor und Ettlinger Tor angelegt. Damit ist die Trennwirkung im zentralen Bereich aufgehoben, die Entwicklung der Innenstadt nach Süden wird ermöglicht, und eine erste Stadtbahnlinie (S1/S11) kann aus der Fußgängerzone in die Kriegsstraße verlegt werden.

2. Ausbau der östlichen Abschnitte

Der zweite Schritt ist der Ausbau der Kriegsstraße zwischen Ettlinger Tor und Mendelsohnplatz sowie der Kapellenstraße zwischen Mendelsohnplatz und Durlacher Tor. Im Bereich der Kriegsstraße mit Fortführung des Straßentunnels bis zum Mendelsohnplatz mit Rampen in der Kriegsstraße Ost. In der Kapellenstraße muss ein eigener Bahnkörper angelegt werden. Damit können drei weitere Stadtbahnlinien (S2, S4 und S5) aus der Fußgängerzone Kaiserstraße in die Kriegsstraße verlegt werden (S2 und S5 zunächst noch über Europaplatz - Karlstor). Die Linie S4 fährt ab Ettlinger Tor wie bisher über die Ettlinger Straße zum Hauptbahnhof.

Die Ausbauabschnitte Nr. 1 und 2 umfassen den Abschnitt zwischen Karlstor und Mendelsohnplatz, der auch im Rahmen der Kombilösung umgebaut werden soll.

3. Weiterführung des Kriegsstraßentunnels Richtung Westen

Um den durchgängigen Stadtbahnverkehr in der Kriegsstraße zu ermöglichen, muss die neue Stadtbahntrasse zwischen Karlstor und Brauerstraße gebaut und hierzu der Kriegsstraßentunnel für den Autoverkehr bis zur Brauerstraße verlängert werden. Im Bereich Brauerstraße  - Karlstor sind die Kreuzung mit der Reinold-Frank-/Brauerstraße sowie die Lage der Tunnelrampen (Ausfahrt Kriegsstraßentunnel) problematisch. Sinnvoll ist hier die Fortführung des Straßentunnels vom Karlstor bis zur Brauerstraße mit unterirdischen Abzweigen. Zur Entlastung des Kreuzungsbereiches kann der Nord-Süd-Verkehr im Zuge der Brauerstraße und Reinhold-Frank-Straße im Tunnel geführt werden, an den dann auch der Kriegsstraßentunnel unterirdisch angeschlossen werden kann. Auf Grund der beengten Situation in der Reinhold-Frank-Straße gibt es für den Bau von Tunnelrampen hier zzt. noch keine Lösung, so dass die Abbiegebeziehungen in Richtung Norden noch an der Oberfläche verbleiben müssen und nur der Verkehr in Richtung Süden (Brauerstraße) durchgehend unterirdisch geführt werden kann. Nach Fertigstellung dieses Abschnitts ist eine durchgängige Linienführung der Stadtbahnen auf der Kriegsstraße von Mendelsohnplatz bis Kühler Krug möglich, wenn auch im Bereich Brauerstraße - Weinbrennerplatz mit dem Umweg über die Gartenstraße, was für die Stadtbahnlinien von Nachteil ist.

4. Ausbau der westlichen Kriegsstraße

Als letzter Schritt erfolgt daher der Ausbau der westlichen Kriegsstraße Brauerstraße - Weinbrennerplatz - Kühler Krug. Hier ist der Bau einer separaten Stadtbahntrasse auf Grund des engen Straßenraumes am aufwändigsten und auch am schwierigsten durchzusetzen. Zwischen Weinbrennerplatz und Brauerstraße könnte der Durchgangsverkehr (B10) über die Gartenstraße geführt werden, bei Verzicht auf die bestehende Straßenbahnstrecke der Linie 5. Der Straßen- und Stadtbahnverkehr kann dann in diesem Bereich komplett in die Kriegsstraße verlegt werden, die für den Autoverkehr dann nur noch Erschließungsfunktionen wahrnimmt. Dadurch wird auch eine Aufwertung des Straßenraumes für die Wohnbebauung entlang dieses Teils der Kriegsstraße erreicht. Die Trasse Weinbrennerplatz - Kühler Krug kann vorerst im Ist-Zustand belassen werden. Langfristig sollte aber auch dieser Abschnitt komplett umgebaut werden (s. o.), um die gegenseitige Behinderung der Stadtbahnlinien und des Autoverkehrs zu reduzieren.


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